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Heumessen nicht vernachlässigen!
Eine Heumessung mittels Heusonde muss aus versicherungsrechtlichen Gründen immer durchgeführt und die Messerergebnisse müssen aufgezeichnet werden.
Wird das regelmäßige Messen der Heustocktemperatur unterlassen, kann dies im Falle eines Brandes neben versicherungsrechtlichen Konsequenzen auch nach dem Strafgesetzbuch zu einer Anklage wegen Herbeiführung einer Feuerbrunst aufgrund grober Fahrlässigkeit führen.
Wenn nötig führt die Feuerwehr Ramingstein eine Messung des Heustockes durch, alarmiert im Notfall die Heuwehr und kümmert sich um sonstige notwendige Schritte.
Heulagerung - worauf achten?
Wenn getrocknetes Heu eingebracht wird, sind noch nicht alle Pflanzenzellen abgestorben. Selbst scheinbar dürres Futter enthält noch zellgebundenes Wasser. Dadurch kommt es über die Restatmung zur so genannten "Schwitz- oder Gärphase", d. h. je feuchter, desto mehr Restatmung und damit Wärme und Kohlendioxid wird frei. Das Schwitzen entsteht beim Durchströmen der wärmeren Luft aus dem Inneren des Stockes durch die kühleren Außenzonen.
Die gebildete Wärme kann sich jedoch vor allem bei dicht gelagertem Heu stauen. Vor allem schnell aufgesetztes Heu und hohe Stapelhöhen auf kleiner Grundfläche führen infolge des Eigendruckes zu Verdichtungen. Dadurch kann es im inneren Kern bzw. unteren Teil des Heustockes nesterweise zum Wärmestau und damit zu stärkeren Temperaturerhöhungen kommen. Bei feuchterem bzw. stärker verschmutzem Heu geht der biologische Erwärmungsprozess weiter in den thermophilen Temperaturbereich, wobei Temperaturen bis 75 °C entstehen können. In der anschließenden pyrophoren Phase (Selbstentzündungsphase) treten chemische Zersetzungsprozesse ein, die letztlich zur Verkohlung (schwarzbraune Nester) bis hin zu Glutbildung und offener Flamme bei Sauerstoffzutritt führen.
Eingefahrenes Heu hat meist noch eine Restfeuchte von 20 bis 25 %, wobei für die Lagerung am Heustock möglichst rasch 14 bis 15 % erreicht werden sollen, da dann keine Gärung mehr eintritt.
Heuerwärmung kontrollieren
Der Heumesskalender sieht eine Messung bis zwölf Wochen nach der Einlagerung vor. Dies gilt auch, wenn keine Erwärmung über den normalen Temperaturbereich von ca. 40 bis 45 °C erfolgt, da sich aufgrund des Eigendruckes des Heustockes auch noch später "Brandnester" aufbauen können. Eine solche tickende Bombe kann nur durch regelmäßiges Messen mittels Heusonde aufgespürt werden. Die gemessenen Temperaturen sind zur Beweissicherung vorsorglich in einen so genannten "Heustockmesskalender" einzutragen. Erhältlich sind diese Heumesskalender bei der zuständigen Landesstelle für Brandverhütung. EinUnterlassen der regelmäßigen Heumessung gilt bereits als fahrlässige Brandstiftung.
In den ersten Tagen ist täglich, von der zweiten bis zur vierten Woche alle zwei bis drei Tage und ab der fünften bis zur zwölften Woche einmal wöchentlich zu messen. Die Messstellen sollen maximal 1,5 Meter voneinander entfernt liegen, wobei auch die entlegensten Teile des Heustockes erfasst werden müssen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist bereits bei Temperaturen zwischen 45 und 60 °C geboten. Bei Temperaturen ab 70 °C oder wenn die Oberfläche des Heustockes Muldenartig einsinkt, ist sofort die Feuerwehr (Heuwehr) zu verständigen.
Heustock niemals selbst abtragen
Bei Temperaturen von 60 bis 70 °C ist alle fünf Stunden der Heustock zu messen. Keinesfalls darf der Heustock selbst abgetragen werden. Die Verbindung von Luftsauerstoff und Hitze- bzw. Glutnestern führt unweigerlich zum Brand.
Ursachen und Erkennungsmerkmale
Zu den Hauptursachen für eine Heuselbstentzündung zählen neben einer hohen Restfeuchte bzw. angeregnetem Futter vor allem eine schnelle Ernte von jüngerem Futter mit hohem Blattanteil, das Einbringen von verschmutztem Futter mit hohem Bakterienbesatz (Rasierschnitt meiden) sowie eine dichte Lagerung und hohe Stapelung des Futters.
Eine gewisse vorübergehende Erwärmung des Heustockes bis etwa 40 °C ist aufgrund noch vorhandener Restfeuchte bei der Einbringung normal. Eine Heumessung mittels Heusonde muss aus versicherungsrechtlichen Gründen immer durchgeführt und die Messergebnisse müssen aufgezeichnet werden. Verstärkte Kontrolle ist bei rascher Ernte von jungem Futter und hoher Stapelung notwendig.
Normal: Temperatur unter 45 °C
Gefahr: 45 bis 60 °C
Alle fünf Stunden messen: 60 bis 70 °C
Feuerwehr rufen: über 70 °C
Schwitzwasserbildung
seltsamer Geruch
Temperaturanstieg auf über 50 °C
eventuell muldenförmige Einbuchtung in der Mitte des Heustockes
Immer wieder fahren Bauern Heu zu früh ein und verursachen damit unnötige Risiken für sich selbst. Ist das Heu zu feucht kann es zu einer Selbstentzündung kommen...
Richtig gelagertes Heu reduziert das Risiko einer Selbstentzündung außerdem bleiben so auch viele Nährstoffe erhalten. Beim Heu selbst kommt es vor allem auf die Feuchte an. Desto höher diese ist, desto leichter kann es zu einer Selbstentzündung kommen.